GEOPARK Felsenmeer Infozentrum (FIZ) der Gemeinde Lautertal
Geotop-Schutz und Geoparks als Massnahmen zum Erhalt von erdwissenschaftlichen Objekten und Landschaften
"Geotope sind erdgeschichtliche Bildungen der unbelebten Natur, die Erkenntnisse über die Entwicklung der Erde oder des Lebens vermitteln. Sie umfassen Aufschlüsse von Gesteinen, Böden, Mineralien und Fossilien, sowie einzelne Naturschöpfungen und nützliche Landschaftsteile. Schutzwürdig sind jene Geotope, die sich durch ihre besondere erdgeschichtliche Bedeutung, Seltenheit, Eigenart oder Schönheit auszeichnen. Für Wissenschaft, Forschung und Lehre, sowie für Natur- und Heimatkunde sind sie Dokumente von besonderem Wert. Sie können insbesondere dann, wenn sie gefährdet sind und vergleichbare Geotope zum Ausgleich nicht zur Verfügung stehen, eines rechtlichen Schutzes bedürfen."
Einerseits ist Naturschutz und Denkmalschutz bis heute die einzige effiziente Möglichkeit auch erdwissenschaftlich bedeutsame Monumente vor der Vernichtung zu schützen und damit zu erhalten. Andererseits zeigen die erdwissenschaftlich ausgerichteten und für die breite Öffentlichkeit zugänglichen regional erschlossenen Räume, Wanderwege oder einzelne Lokalitäten weltweit, durch ihre Besucherzahlen das breite, allgemeine Interesse an der Geschichte der Erde und des Lebens. Der Geotourismus ist heute ein integrierender Bestandteil von Tourismus Konzepten
"Geotopschutzgebiete sind operative Bereiche, in denen bestimmte Vorschriften oder Massnahmen zur Erhaltung oder Pflege von Geotopen erlassen, angeordnet oder ergriffen werden sollen."
Der Erhaltung, der öffentlichen Ausweisung, der Zugänglichkeit und dem Schutz von solchen wesentlichen Schlüssellokalitäten der Erdgeschichte des Planeten wurde bisher nur geringe Aufmerksamkeit geschenkt.Der Schutzgedanke für solche Lokalitäten und Regionen wurde meist - auch von der UNESCO - unter dem Gesichtspunkt der Seltenheit oder Bizarrheit von "Felsgebilden" oder der Schönheit der Landschaft wahrgenommen, weniger unter den oben angeführten Gesichtspunkten.
"Um erdwissenschaftliche Denkmäler dauerhaft zu erhalten, bedarf es, wie bei Kulturdenkmälern, einer kontinuierlichen Pflege, da diese sonst verwittern und/oder von der Vegetation überwuchert werden."
Hier kommt der Konflikt zwischen dem Schutz von Floren und Faunen in Form von Biotopen / Biosphärenreservaten und dem Schutz von geologischen Denkmälern. Während in den Biotopen eine ungestörte, natürliche Sukzession angestrebt wird, müssen geologische Denkmale meist vor dem Überwuchern durch Pflanzen geschützt werden.