Eulenschutz
Viele Eulenarten sind in ihrem Bestand zunehmend stark gefährdet. Die Sumpfohreule ist in vielen Gebieten sogar vom Aussterben bedroht. Veränderungen der natürlichen Lebensräume haben zu einem Mangel an Brutstätten geführt. Der Eulenturm bietet Nistgelegenheiten und wurde entsprechend ausgebaut.
Gründe hierfür sind Veränderungen in der Kulturlandschaft, die den Eulen oftmals die Nahrungsgrundlage entziehen. Durch naturnahen Waldbau oder Lenkung der Landesnutzung wie z. B. Förderung von Unkrautfluren auf Brachflächen, Reduzierung des Düngereinsatzes auf Feucht- und Magerwiesen oder die Wiederaufnahme von Beweidung zur Entwicklung einer leicht erreichbaren Regenwurmpopulation kann den Eulen geholfen werden. Die abwechslungsreichen, strukturierten Landschaften des Odenwaldes mit seinen Hecken, Kopfweiden und Alleen fördern das Vorkommen einiger Eulenarten.
Wer kennt es nicht, dieses schaurige "huu-huhuhu-huu" in der Nacht? Der Waldkauz ist die am häufigsten vorkommende Eule. Aufgrund seiner grossen Vielseitigkeit und Anpassungsfähigkeit bzgl. Ernährung und Brutplatz ist der Waldkauz zur Zeit nicht gefährdet und das ist gut so.
Der Waldkauz ist etwas grösser und kräftiger als Waldohr- oder Schleiereule und das Männchen etwas kleiner als das Weibchen. Der Waldkauz tritt in zwei Färbungen auf, einer grauen und einer rostroten. Das Brustgefieder ist deutlich dunkel längsgestreift mit schwächeren Querstreifen.
Bevorzugt brütet der Waldkauz in Baumhöhlen, zum Teil jedoch auch in ungestörten Winkeln von Gebäuden (Dachböden, Kirchtürme, Scheunen, Ruinen) oder in Nistkästen. Besonderes Kennzeichen ist der grosse runde Kopf mit schwarzen Augen und ausgeprägtem Schleier. Der Waldkauz ist streng nachtaktiv und erst in der späten Dämmerung zu sehen.
Vögel, Frösche, Kröten und Kleinsauger stehen auf dem Speiseplan, er kann aber auch grössere Beutetiere wie z. B. Jungkaninchen oder Tauben, erlegen. Als Ganzjahresvogel besiedelt der Waldkauz abwechslungsreiche Landschaften mit Bäumen und Wäldern, oft in der Nähe von Ge4ässern. Zu finden ist er genauso in Parkanlagen, Gärten mit altem Baumbestand, auf Friedhöfen und nicht selten in Dörfern und Städten.
Besondere Merkmale der Waldohreule sind die orangegelben Augen und die langen Federohren. Sie ist gelblichbraun mit graubrauner Sprenkelung und Marmorierung. Das Bauchgefieder ist hell rostgelb mit kräftigen dunklen Längsstreifen und feiner Querbänderung. Die hellen Flügelspitzen haben mehrere dunkle Querbänder.
Die Waldohreule kann bis zu 28 Jahre alt werden. Sie ist dämmerungs- und nachtaktiv; am Tage ruht sie zwischen dichtem Laubwerk oder auf einem Ast sitzend nahe dem Baumstamm. Ihre Nahrung besteht fast ausschlieslich aus Feldmäusen, andere Kleinnager und Kleinvögel wie z. B. Sperlinge oder Grünlinge ergänzen den Speisezettel.
Aufgelockerte Landschaften mit viel Wald und Gehölz aber auch menschliche Siedlungen, Gärten, Stadtparks oder Friedhöfe sind das Wohnzimmer der Waldohreule. Meist brütet sie in Sträuchern oder Bäumen, bevorzugt in Krähen- oder Elsternestern. In der Regel führt sie nur eine Saisonehe.