Initiativen
Zugegeben man muss sie schon suchen, die Initiativen zum Thema Naturschutz, aber es gibt sie. In kleinen Nischen werden Waldkindergärten gegründet, macht sich die Vogelschutzgruppe zur Nistkastenpflege auf oder sammeln Schüler den Müll am Felsenmeer ein. Grosse Hoffnungen verbindet man auch mit dem GEOPARK Felsenmeer Informationszentrum der Gemeinde Lautertal (FIZ) am Fuss des Felsenmeers.
Typisch für die Kulturregion Odenwald sind z. B. die Streuobstwiesen. Streuobstwiesen werden ausschliesslich extensiv bewirtschaftet, d.h. sie werden nicht oder nur wenig gedüngt, auf Spritzmittel und Kunstdünger wird völlig verzichtet und die Wiesen werden ein bis zweimal im Jahr gemäht. Zu den Höhepunkten der Streuobstwiese zählt die Blüte der Hochstamm-Obstbäume, die der gesamten Landschaft einen einzigartigen Reiz und bedeutenden Erholungswert verleiht.
Am Eulenturm, einem alten Elektro-Umspannwerk das 1979 von der Vorgelschutzgruppe Reichenbach übernommen und zu einem Unterschlupf umgebaut wurde, haben sich neben Fledermäusen auch die Waldohreule und Waldkäuze eingenistet. Auch wurden zahlreiche Amphibienteiche unter Regie der Vogelschutzgruppe angelegt und laufend gepflegt. Das jährliche Sommerfest am Talweg gehört zu den Höhepunkten des dörflichen Lebens in Reichenbach.
Für die mehr traditionell geprägte Landschaftspflege in Reichenbach zeichnet der örtliche Verschönerungsverein verantwortlich. Es ist wie ein Fenster in eine andere Zeit, wenn z. B. die Folkloregruppe beim Kerbeumzug Odenwälder Tracht präsentiert, als der Mensch von der Natur noch viel abhängiger war als heute. Besonders das Thema Wasser wird dort sehr hoch gehalten.
Jede Zeit hat ihre eigenen Fragen und die Antworten darauf fallen nicht immer einfach aus. Lautertal hat z. B. mit den Atomkraftwerken Biblis A und B zwei der ältesten Atommeiler Deutschlands vor der Haustür; gegen die Errichtung von Windkraftanlagen im Odenwald tut sich Widerstand auf, da die Windräder angeblich das Landschaftsbild verschandeln. Was tun? In Lautertal erfreut sich Fotovoltaik wachsender Beliebtheit und daher haben wir uns mit dem Installateur einmal unterhalten. Daraus ist letztlich ein recht ordentliches Interview entstanden.
"Und so lautet ein Beschluss, dass der Mensch was lernen muss... ... damit das mit Bedacht geschieht, es die Kinder in die Felsenmeerschule zieht.". Sehr frei nach Wilhelm B. Gross jedenfalls war die Aufregung in Reichenbach als einige Bäume auf dem Schulhof der Felsenmeerschule gefällt wurden. Hinterher mussten einige Akteure der Alarmkette zugeben, dass die Bäume innen bereits morsch und verfault waren - stehendes Totholz sozusagen. Wie dem auch sei, einmal im Jahr machen sich alle Schüler auf zum Felsenmeer, um dort den herumliegenden Müll einzusammeln.
In Lautertal gibt es zwar fünf konventionelle Kindergärten aber keinen Waldkindergarten. Es war ein Trauerspiel, wie eine entsprechende Initiative aus Lautertal „verjagt" wurde. Zum Glück gibt es aber die Möglichkeit sein Kind im Waldkindergarten Bensheim oder Lindenfels anzumelden. Die Gemeinde Lautertal kann sich ja von den Jagdgenossen die Kosten zurückerstatten lassen – gelle.