Geoparks
Verbindung zwischen Landschafts- und Wirtschaftsräumen
Geoparks können Gebiete mit landschaftlichen oder geologischen Besonderheiten werden. Im Unterschied zum Programm der UNESCO-Welterbekonvention gelten für Geoparks weniger restriktive Kriterien. Es geht nicht um den Schutz von Stätten von aussergewöhnlichem Wert im globalen Massstab, sondern um solche mit besonderem Wert im nationalen/kontinentalen Massstab.
Der Schwerpunkt der Initiative liegt darin, in Regionen mit einer einzigartigen Landschaft, besonderen Fossil- oder Mineralfundstellen oder bedeutenden geologischen Formationen den Menschen vor Ort ihr geologisches Erbe näher zu bringen, Identifikation mit der Region zu schaffen und Tourismus und Regionalentwicklung zu fördern. Seit dem Jahr 2002 unterstützt die UNESCO nationale Initiativen zur Gründung von Geoparks. Dies ist keine neue Kategorie von Schutzgebieten, sondern Geoparks sollen eine Möglichkeit bieten, den Schutz von Landschaft und Naturdenkmälern zu verbinden mit nachhaltiger Tourismus- und Regionalentwicklung.
Die europäischen Geoparks haben sich im Jahr 2000 zu einer eigenen Organisation zusammengeschlossen und vergeben gemäss eines Kriterienkatalogs und nach Begehung vor Ort durch internationale Experten ein eigenes Label. Das europäische Netzwerk evaluiert seine Mitglieder alle vier Jahre; wenn zu wenige Fortschritte in der Entwicklung der Parks zu erkennen sind, ist auch ein Ausschluss möglich.
Im Jahr 2004 unterstützte die UNESCO die Gründung einer weltweiten Selbstorganisation verschiedener Geopark-Initiativen, das "Weltnetz der Geoparks" war gegründet. Nach Aufnahme von Geoparks aus Schottland, Sardinien, Kroatien und Malaysia im Juni 2007 umfasst das Weltnetz 52 Gebiete auf fast allen Kontinenten, mit Schwerpunkten in Europa und China. Interessierte Gebiete aus Europa müssen sich für eine Anerkennung gemäss den seit Januar 2007 gültigen Leitlinien der UNESCO an die Selbstorganisation der europäischen Geoparks wenden.
Voraussetzung einer Bewerbung um die Auszeichnung als Geopark im europäischen und globalen Netz ist gemäss der Erklärung von Madonie die Zertifizierung als Nationaler Geopark. Diese Auszeichnung, verbunden mit der übergabe eines Logos, führt die GeoUnion/Alfred-Wegener-Stiftung durch. Die GeoUnion hat zu diesem Zweck zusammen mit dem Bund-Länder-Ausschuss Bodenforschung ein Expertengremium eingerichtet.
Dieses hat einen eigenen Kriterienkatalog für die Anerkennung als Nationaler Geopark formuliert, prüft Bewerber gemäss dieser Kriterien und führt regelmässige Evaluierungen durch. Der Kriterienkatalog für die Anerkennung als Nationaler Geopark Ähnelt dem Kriterienkatalog der europäischen Geoparks. Aus Deutschland sind derzeit sechs Regionen Mitglied im Weltnetz der Geoparks und im europäischen Netzwerk: Naturpark TERRA.vita (Nördl. Teutoburger Wald, Wiehengebirge, Osnabrückerland), Bergstrasse-Odenwald, Harz-Braunschweiger Land-Ostfalen, Mecklenburgische Eiszeitlandschaft, Vulkaneifel und Schwäbische Alb.