Biosphärenreservate
Biosphärenreservate eignen sich besonders, um nachhaltige Landnutzungskonzepte sowie regionale Vermarktungsstrukturen für nachhaltig erzeugte Produkte zu etablieren. So trägt z.B. im Biosphärenreservat Rhön die Vermarktung regionaler Produkte wie das Rhönschaf, alte Apfelsorten und das Biosphärenrind zur Erhaltung der artenreichen Kulturlandschaft bei. Im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin beträgt der Anteil des ökologischen Landbaus mittlerweile 25%, im Biosphärenreservat Rhön werden 10,6% der landwirtschaftlichen Nutzfläche ökologisch bewirtschaftet (Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche in Deutschland 2006: 4,9 %).
Biosphärenreservate sind nach § 25 BNatSchG "einheitlich zu schützende und zu entwickelnde Gebiete, die grossräumig und für bestimmte Landschaftstypen charakteristisch sind, in wesentlichen Teilen ihres Gebiets die Voraussetzungen eines Naturschutzgebiets, im übrigen überwiegend eines Landschaftsschutzgebiets erfüllen, vornehmlich der Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung einer durch hergebrachte vielfältige Nutzung geprägten Landschaft und der darin historisch gewachsenen Arten- und Biotopvielfalt, einschliesslich Wild- und früherer Kulturformen wirtschaftlich genutzter oder nutzbarer Tier- und Pflanzenarten, dienen und beispielhaft der Entwicklung und Erprobung von die Naturgüter besonders schonenden Wirtschaftsweisen dienen."
Viele Bundesländer haben bereits vor dieser rahmenrechtlichen Regelung die Biosphärenreservate in ihre Landesnaturschutzgesetze aufgenommen. Gemäss den Leitlinien des internationalen Programms "Der Mensch und die Biosphäre" (MAB) werden seit 1976 Biosphärenreservate von der UNESCO anerkannt.
Ziel der UNESCO-Biosphärenreservate ist es, eine ausgewogene Beziehung zwischen Mensch und Biosphäre zu fördern sowie beispielhaft darzustellen. Das weltweite Netz der UNESCO-Biosphärenreservate setzt sich aus 529 Gebieten in 105 Staaten zusammen. Nach den internationalen Leitlinien, haben Biosphärenreservate folgende Funktionen:
Schutz: Beitrag zur Erhaltung von Landschaften, Ökosystemen, Arten und genetischer Vielfalt;
Entwicklung: Förderung einer wirtschaftlichen und menschlichen Entwicklung, die soziokulturell und Ökologisch nachhaltig ist;
Logistische Unterstützung: Förderung von Demonstrationsobjekten, Umweltbildung und -ausbildung, Forschung und Umweltbeobachtung im Rahmen lokaler, regionaler, nationaler und weltweiter Themen des Schutzes und der nachhaltigen Entwicklung.
In Deutschland hat die UNESCO bislang 13 Biosphärenreservate anerkannt. Zur Umsetzung der verschiedenen Ziele und Funktionen sind Biosphärenreservate räumlich in drei Zonen gegliedert. Diese Zonen können aus mehreren Teilflächen bestehen, die in sich Ökologisch funktionsfähig sein müssen. Das deutsche MAB-Nationalkomitee bescheinigt den deutschen Biosphärenreservaten Fortschritte und effiziente Arbeit.
2001 wurden die Biosphärenreservate Mittlere Elbe 2x, Bayerischer Wald und Vessertal-Thüringer Wald,
2002 die Biosphärenreservate Schorfheide-Chorin, Berchtesgaden und Spreewald,
2003 die Biosphärenreservate Südost-Rügen, Pfälzerwald und Rhön,
2004/2005 die drei Wattenmeer-Biosphärenreservate,
2006 das Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft und
2007 das länderübergreifende Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe überprüft.
2008 ist im deutsch-französischen Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen die weltweit erste grenzüberschreitende Evaluierung gemäss den internationalen Leitlinien vorgesehen. Diese Evaluierung wird von der UNESCO als beispielhaft für alle grenzüberschreitenden BR-Überprüfungen angesehen.